Kerstin de Witt – recorder

Albrecht Maurer – fiddle, frame drum, voice

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Fly to Alhambra


Fly to Alhambra, eine Komposition von Albrecht Maurer, wird in diesem Programm zum Ausgangspunkt für eine Reise durch Zeit und Raum. Flamenco, balkaneske Folklore und Klangfarben der Seidenstraße verbinden sich in Maurers Notenvorgaben virtuos zu einer einheitlichen Tonsprache.


Während die Komposition »Fly to Alhambra« einen inneren Bezug zum arabisch beeinflussten Kulturraum des Mittelalters in Spanien sucht, beginnt ein altes Europa wieder aufzuerstehen: ein Europa der Toleranz, der friedlichen Koexistenz verschiedener Religionen, ein Europa des bunten Handels und Austauschs auch von exotischen Besonderheiten. So erinnert das Duo Kerstin de Witt und Albrecht Maurer in dem Stück »Saumpfade« an alte Handelswege, die in den Bergen abgelegene Höfe miteinander verbanden; es spielt den »Puppentanz« auf einem imaginären Jahrmarkt und lauscht in »Tablas Time Talk« den fernen Klängen, die über die Seidenstraße nach Europa gelangten.


Neben den Kompositionen von Albrecht Maurer hat das Duo auch einige historische Stücke ausgewählt und nach frischen Klängen darin und drum herum gesucht. So sind mit großer künstlerischer Freiheit eigene Versionen von »Stella splendens«, der »Estampie Belicha«  und der »Invention Nr.10« von Johann Sebastian Bach entstanden. Sie haben einen inneren Bezug zu Maurer´s Kompositionen und weisen in die Tiefe der Gegenwart, die sich aus Vergangenem speist.


Wenn man sich die Quellen dieser Musik vor Augen führt, ergibt sich das Gefühl eines grenzenlosen Kulturraumes. Musik sucht sich ihren Weg wie ein Fluss oder zieht umher wie ein Vogel. Betrachtet man die Reiseroute der Kraniche, so überfliegen sie genau die Regionen, in denen diese Musik verwurzelt ist, und wenn man sich die Anmut ihres Fluges und die Eleganz ihrer Erscheinung vor Augen führt, so glaubt man zu fühlen, wie sie das Spiel von Kerstin de Witt und Albrecht Maurer inspirieren.


Wenn wir uns im Rhythmus des Jahres von Skandinavien über Deutschland, Frankreich und Spanien oder über die Balkanroute bis Nordafrika bewegen würden und wieder zurück, wäre unser Europa freier, toleranter, verständnisvoller. Solange wir jedoch unverrückbar auf unseren Positionen und Plätzen hocken, ist es die Aufgabe der Kultur, sich für solch eine Freiheit stark zu machen. In diesem Sinne sind Kerstin de Witt und Albrecht Maurer Grenzgänger unserer Zeit.


The dream of flying

Michael Ende


... and when you get tired again,

how narrow and confined your life is,

and the whole earth almost appears to you

wrapped in a grey net,

where you got helpless,

a network of habit, violence and law,

a network of borders from state to state,

borders of stupidity and barbed wire,

limits of money, limited time

and the limits of your own ability...

...and when you bruised again

on the bars, large and small,

and you know for a fact:

you‘ll never get out of the spot,

you stay trapped in a confined space,

then you sit down in your corner

and dream the old dream:

There you spread your arms wide

and a deep breath!

You swing up over the street and the house

in the dreamlike flight of birds.

You fly and you fly and you don‘t need a destination,

existence itself is happiness!

No limit down there bothers you much,

you never want to go back.

It‘s all so simple. You‘re hardly surprised.

And you know in your dream: It‘s not a dream!

And you wonder why people ever forget it,

why people don‘t believe in it,

that you are always as free as a bird

and actually fly.

Der Traum vom Fliegen

Michael Ende


... und wenn du es wieder mal müde bist,

wie eng und begrenzt dein Leben ist,

und die ganze Erde erscheint dir fast

umsponnen von einem grauen Netz,

in dem du dich hilflos verfangen hast,

ein Netz aus Gewohnheit, Gewalt und Gesetz,

ein Netz aus Grenzen von Staat zu Staat,

Grenzen aus Dummheit und Stacheldraht,

Grenzen des Geldes, begrenzte Zeit

und die Grenzen der eigenen Fähigkeit...

...und wenn du dich wieder mal wund gestoßen

an den Gitterstäben, den kleinen und großen,

und du weißt genau:

Du kommst nie mehr vom Flecke,

du bleibst gefangen im engen Raum,

dann hockst du dich nieder in deiner Ecke

und träumst den alten Traum:

Da breitest du weit deine Arme aus

und ein tiefer Atemzug!

Du schwingst dich empor über Straße und Haus

im traumhaften Vogelflug.

Du fliegst und du fliegst und du brauchst kein Ziel,

das Dasein selbst ist Glück!

Keine Grenze dort unten bekümmert dich viel,

du möchtest nie zurück.

Es ist alles so einfach. Du wunderst dich kaum.

Und du weißt in dem Traum: Es ist kein Traum!

Und du fragst dich, warum man es je vergisst,

warum man nicht glaubt daran,

dass man immer so frei wie ein Vogel ist

und in Wahrheit fliegen kann.

Fly to Alhambra


Fly to Alhambra, a composition by Albrecht Maurer, is the point of departure in this programme for a journey through space and time. Flamenco, Balkan folklore and timbres of the silk road combine with virtuosity in Maurer‘s music to form a unified tonal  language.


While the composition »Fly to Alhambra« seeks to  trace the Arab influence on the Mediterranean culture of medieval Spain, an old Europe begins to rise again, a Europe of tolerance,  of peaceful coexistence of different religions, a  Europe of colorful trade and the exchange of exotic particulars. In this way the piece »Saumpfade«  by the duo Kerstin de Witt and Albrecht Maurer  reminds us of the old trade routes that crisscrossed the mountains connecting various secluded farmsteads, the »Puppentanz« takes place at an imaginary fair and in »Tablas Time Talk« we get to listen to far away sounds which made their way to Europe by way of the silk road.


Along with Albrecht Maurer‘s compositions, the duo has also revisited some historical pieces and have sought to find fresh sounds in them and in their vicinity. This has resulted in some versions of »Stella splendens«, the »Estampie Belicha« and the »Invention no.10« by Johann Sebastian Bach with great use of artistic license. They are linked to Maurer‘s compositions as they are steeped in a now which is very much nourished by the past.


Picturing the sources of this music, the feeling of a culture without borders  or limits comes to mind. Music makes its way like a river meandering or a bird in flight. Observing the routes flown by cranes, you can‘t help but notice that they fly over the very regions this music has its roots in. When you picture the grace of their flight and the elegance of their appearance you very much get the sense  of how the music of Kerstin de Witt and Albrecht Maurer was inspired.


If we were to move from Scandinavia over Germany, France and Spain and along the Balkan route to north Africa and back again following the rhythm of the seasons we would be a freer, more tolerant and more understanding place. As long as we insist on taking up positions and claiming places without compromise it is the job of culture to advocate for such freedom. In this sense Kerstin de Witt and Albrecht Maurer are very much on the forefront in these times.